Gestaltung der zukünftigen Arbeit unter Industrie 4.0

19.06.2019

Jährlich besuchen mehr als 8.000 Menschen die SmartFactoryOWL und tragen auch Sorgen an die Forschungseinrichtungen heran, wie sich die Arbeit im Zuge der Digitalisierung verändern wird. Sind die Systeme der Zukunft eine Unterstützung oder eine Gefahr für die Mitarbeiter? Werden Aufgaben vereinfacht oder wegfallen? Welche Rolle spielt der Mensch in der künftigen Arbeitswelt, wenn künstliche Intelligenz daneben steht?

Diese Fragen stellen sich auch sämtliche Involvierte des Projektes Arbeit 4.0 – AWARE und trafen sich zum ersten Meilensteintreffen im sogenannten Hettich Forum des Unternehmens Hettich in Kirchlengern.

Das Projekt startete Anfang 2019 und das erste halbe Jahr verging schneller als von den Projektteilnehmern gedacht. Selbiges bestätigte auch Klaus Jansen, Projektkoordinator vom „it`s OWL - Clustermanagement“, in seinen einführenden Worten des Zusammentreffens. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden Recherchen, Gespräche und Workshops intensiv durchgeführt, um sich den Herausforderungen und dem unwiderruflichen Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitsweilt aus unterschiedlichen Richtungen zu nähern: Vielfalt, Durchgängigkeit, Agilität, Transfer und Akzeptanz sind widerkehrende Charakteristika aus den insgesamt acht Teilprojekten. Neben Forschungseinrichtungen und Industriebetrieben aus OWL ist auch die IG Metall beteiligt.
Dass das Thema Arbeit 4.0 im Kontext der Digitalisierung bereits den Mittelstand flächendeckend erreicht hat, jedoch konkrete Maßnahmen für die künftige Gestaltung von Arbeitsumwelten nicht durchgängig und aus Sicht der Betriebsräte nicht transparent genug geplant sind, wird aus einer Studie der IG Metall deutlich. Umso wichtiger ist daher der synergetische Austausch von Wissenschaft und Industrie, um die bereits genannten charakteristischen Kernpunkte weiter zu prägen und die künftige Zukunft der Arbeitswelt zu gestalten.

Die Teilprojekte befassen sich mit neuen Führungsstrategien im Kontext der Digitalisierung (1), Personalentwicklung (2), Agile Organisation (3), Nutzungsschnittstellen in Assistenzsystemen (4,) kognitiven Assistenzsysteme (5), Partizipativer Technologieentwicklung (6), Gender & Diversity (7) und Arbeitnehmermitgestaltung (8).
Hierbei entstehen beispielsweise Lernplattformen, Methoden Toolkits für die Umsetzung beteiligungsorientierter Innovationsprojekte oder die technische Realisierung von Mensch-Maschine Schnittstellen. Ein besonderes Augenmerk des Projektes liegt dabei auf der Nutzbarkeit, die Einbettung in gegebene Organisationsstrukturen sowie einem konsequenten Transfer und Austausch von Wissen. Prof.´in Franken von der FH Bielefeld appellierte an die Zuhörer: "Wir sind alle verschieden und müssen die Digitalisierung gemeinsam gestalten. Wir müssen diese Vielfalt nutzen, um so ein komplexes Thema wie die Digitalisierung gemeinsam zu bewältigen!"
Dieser Ansatz dient nicht nur der Vorbeugung von Vorbehalten oder Vorurteilen gegenüber neuen Technologien sondern insbesondere auch als frühzeitige Ermöglichung einer gemeinsamen Gestaltung von zukünftigen Arbeitsumgebungen.

Entscheidend für den weiteren positiven Verlauf des Projektes wird die weitere kooperative und synergetische Zusammenarbeit zwischen den Forschungsinstituten und den Partnern aus der Wirtschaft sein, um eine grundlegende und lösungsorientierte Basis zu schaffen und, um es mit den Worten von Oliver Diedrich, Ansprechpartner der IG Metall zu sagen: „gemeinsam den Weg der Digitalisierung zu bestreiten“. Dass sich zukünftige Arbeitswelt ändern wird, ist unbestritten, das „wie“ sollte jedoch gemeinsam entschieden und gestaltet werden.
So auch die abschließenden Wort des Treffens: „Wir gehen voran – gehen Sie mit!“

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