Flexible Inklusion in einem gemeinsamen Produktionsprozess durch adaptive Assistenz

Bad Driburg/Lemgo Nicht zuletzt auch aufgrund des steigenden Fachkräftemangels in Deutschland wird die Beschäftigung (schwer-) behinderter Menschen in den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt. Insgesamt ergibt sich die Notwendigkeit, langfristig alle Potenziale auszuschöpfen, um Wachstum, Wohlstand und Zusammenhalt zu sichern. Um die individuelle Arbeitszufriedenheit nachhaltig zu erhöhen, müssen Menschen mit Behinderung jedoch in die Lage versetzt werden, an einem sicheren Arbeitsplatz ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen – in Abhängigkeit von ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen. Wenn an dieser Stelle Arbeitgeber die berufliche Inklusion aktiv gestalten, können behinderte Menschen potenziell voll leistungsfähige Mitarbeiter sein, die vielfach besonders motiviert ihre Aufgaben erfüllen.

Ziele im Projekt

  • Konzeptionierung, Implementierung und Evaluation eines Montageassistenzsystems für die Integration und Mitarbeit von Menschen mit Behinderungen
  • Steigerung der Arbeitszufriedenheit durch: individuell abgestimmte Arbeitsinhalte; komplexere Arbeitsschritte; autarkere Arbeitsprozesse 
  • Steigerung der Produktivität durch: einfachere Planbarkeit; konstante Taktung
  • Steigerung der Qualität durch: stetige Fortbildung; assistierte Produktionsschritte; automatische Überprüfung der Arbeitsprozesse

 

Innovation

Das Projekt itsowl-TT-FlexInt mit der INTEG Integrationsbetrieb für Behinderte GmbH setzt an der beschriebenen Problemstellung an und legt ein intelligentes, vernetztes Assistenzsystem zugrunde, welches die Möglichkeit bietet, Mitarbeiter mit unterschiedlichen physischen und psychischen Einschränkungen durch eine flexible Anpassung der zu tätigenden Arbeitsschritte weiter in den Produktionsprozess zu integrieren.

Das Hauptaugenmerk der entwickelten Lösung lag neben der gesteigerten Arbeitszufriedenheit durch komplexere Arbeitsinhalte, insbesondere auf der weitgehenden Integration aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in normale Produktionsprozesse, um eine nahezu konstante Taktung zu ermöglichen. Das Assistenzsystem ermöglicht darüber hinaus das schrittweisen Anlernen und Üben von Montagevorgängen, sodass eine kontinuierliche Förderung von der leistungsschwächeren Anlernphase bis hin zur leistungsstarken Routinephase möglich ist.

Um auf die individuellen Bedürfnisse der beteiligten Mitarbeiter eingehen zu können, wurden in dem Projekt drei Montageeinheiten aufeinander abgestimmt. Hierbei sind die Arbeitsplätze durch eine zentrale Steurungseinheit individuell konfigurierbar, was einer Führungsperson (z. B. Gruppenleiter) die Auf- und Zuteilung der einzelnen Montageeinheiten ermöglicht. Ein erster Aufbau fand in der SmartFactoryOWL statt und wurde Mitarbeitern vorgestellt. Sowohl Bedürfnisse der Arbeiter als auch der Führungspersonen wurden in den Arbeitsplatz integriert und im Living Lab SmartFactoryOWL gemeinsam mit INTEG entwickelt, gestestet und übergeben. 

Das Transferprojekt kann durch die gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse vielen Unternehmen einen Ansatzpunkt für einen bewussten Umgang mit Vielfalt im Zeitalter von Arbeit 4.0 aufzeigen und ein Modellprojekt zur flexiblen Anpassung der Arbeitsbedingungen in der Produktion darstellen. Gerade das Potenzial von Menschen mit Behinderungen kann somit verdeutlicht und potenziell das Engagement der Wirtschaft für Inklusion verstärkt werden.

 

Beteiligte Partner:                

inIT, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Langenbruch 6, 32657 Lemgo

Fraunhofer IOSB-INA, Institutsteil für industrielle Automation, Langenbruch 6, 32657 Lemgo

INTEG Integrationsbetrieb für Behinderte, Groppendiek 2, 33014 Bad Driburg